Sonntag , 23 September 2018
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Die wahren Verbrecher sind die Medien

Egal ob Flüchtlingsthemen oder der neue „VW-Skandal“… immer wieder bekomme ich als Journalist einen faden Beigeschmack, wenn ich davon in der Zeitung lese, im TV sehe oder im Radio höre.Oft wird die Mücke zum Elefanten gemacht, angebliche Fach-Experten gehört, Sondersendungen eingespielt und wilde Spekulationen in die Welt gesetzt, um am Ende eigentlich was zu erreichen?

Im Internet fallen mir immer wieder besonders dramatische Überschriften auf, um möglichst viele Klicks auf einen Artikel zu bekommen, der am Ende reiner Müll ist. Besonders aber fällt mir das nun auch in dem Fall der Flüchtlingsströme und des verpönten VW-Skandals auf. Jedes Medium möchte die besten Infos haben und weiß besonders über alles Bescheid. Es wird ein Medienspektakel verursacht, das größer ist, als wenn man eine neue Queen krönt. Warum das alles? Ich finde es eine Schande für unseren Berufsstand, wenn sich Praktikanten an die Tagesblätter unseres Landes setzen und uns Überzogene Artikel als Spitzen-Journalismus verkaufen.

Die Macht der Medien ist in den letzten Jahren exorbitant groß geworden. Kaum schreibt auf Facebook, Twitter und Co. jemand schlecht über einen, so wird dieser gnadenlos abgesägt. Journalisten stürzten sich wie hungrige Wölfe auf jeden Krümel und kämpfen damit, als würde es ums nackte überleben gehen.

Besonders interessant ist es, welchen Einfluss dies auf die Bevölkerung hat. Tatsächlich glaubt der Großteil der Bevölkerung dem, was in den Medien verbreitet wird. Längst handelt es sich dabei aber um schmutzige Wäsche, in der jeder mal seine Hand rein halten darf. Postet jetzt jemand, das ein Politiker heimlich nachts Autos klaut, so ist bereits morgen die ganze Welt im Aufruhr und die Medienvertreter stehen Schlange. Dabei ist es egal, ob die Infos korrekt sind oder nicht. Hauptsache jeder hat seine Story, seinen Senf da zugegeben.

Ich finde es abstoßend, nahezu widerlich, in einen Topf mit diesen berufsblinden Gehilfen auf einer Stufe zu stehen. Ich fühle mich schmutzig und von den Worten der Kollegen vergewaltigt. Immer wieder kommt die Frage in mir auf, warum das alles? Was soll damit erreicht werden?

Ich vermisse die Zeiten, in denen man als Journalist morgens mit den Tagesblättern und Nachrichten der Welt, interessante und spannende Beiträge verfasst hat. In denen jeder in der Redaktion noch darauf erpicht war, eine gute Story zu finden und diese bis ins kleinste zu recherchieren. Heute zählt nur noch die Quote und somit die Überflutung an angeblichen Top-Storys, um Einfluss auf die Wirtschaft, Persönlichkeiten oder dem eigenen Ego zu nehmen!

VW muss nun tief in die Tasche greifen, in der Flüchtlingslage, weis eigentlich keiner mehr so genau bescheid, was der Plan ist und eine Menge Köpfe sind bereits wegen solchen medialen Dramen gerollt. An dieser Stelle sei angemerkt, der Bumerang den man wirft, kommt auch irgendwann wieder zurück! Die Pressefreiheit ist zwar ein großes und starkes Recht und Mittel, aber auch hier gibt es Grenzen. Merken werden wir es erst dann, wenn uns keiner mehr lesen, zuhören oder ansehen will, da jeder wissen wird – DAS ALLES IST NICHT MEHR ALS DER SCHMUTZ UNTER MEINEM FINGERNAGEL!

Liebe Kollegen, lasst euch eines gesagt sein: Ob der VW-Skandal, der Ruf irgendwelcher Persönlichkeiten oder Ihre Meinung zu der Flüchtlingslage… Am Ende interessiert es doch so viel, wie der Wasserstand am Mississippi!

(Fabian Presler – Antenne Hessen Chefredakteur)

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