Freitag , 23 Juni 2017
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Maden im REWE Tee-Beutel

Ist es ein neuer Lebensmittelskandal? Auf YouTube veröffentlichte der Gamingaccount yousnipe, eine schreckliche Entdeckung! Sie haben sich bei Rewe einen Früchtetee gekauft und wollten anscheinend in dem Teebeutel einmal nachsehen, was da so drin ist. Als sie den Beutel öffnen, fanden sie nicht nur Tee! Lebende Maden wühlten sich durch die Beutel und ließen die Personen im Video aufschreien.

Jeder Beutel war original verschlossen und brachte nach dem Öffnen immer mehr Maden auf den Tisch. Im Video wird auch gezeigt, dass der Tee noch bis zum 08.02.2018 haltbar ist und somit es kein verdorbener Tee sein kann.

REWEs „Beste Wahl“ Tee, kostet 0,99cent im Einkauf. Die Zubereitungsanweisung lässt da schon erhebliche Bedenken aufkommen:

Nehmen Sie für eine Tasse (200ml) 1 Teebeutel und für eine Kanne mindestens 3 Teebeutel. Immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und mindestens 5 bis 8 Minuten ziehen lassen ! Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel !

„Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel!“ – Da stellen wir uns konsequent die Frage, ist der Tee gefährlich und vor allem, wissen die Hersteller von den Maden im Tee? Nach Antenne Hessen Recherchen wohl kein Einzelfall. Neben dem kürzlichen Fund, gibt es unzählige Eintragungen in Foren und sozialen Netzwerken mit dem Hinweis, dass sich Maden im Tee befunden haben sollen. Die jeweiligen Hersteller reagieren auf die Aufrufe jedoch selten bis gar nicht.

Ein Zuschauer des Kanals, hat das Video auch auf REWEs Twitter-Seite gepostet. Rewe reagierte nur mit den Worten: „Das tut uns sehr leid. Wir möchten das an unsere Qualitätssicherung weiterleiten. Bitte Email-Adresse per DM mitteilen.“ – ob die Qualitätssicherung je etwas dann davon gehört hat oder was nun aus dem Fall geworden ist, wird jedoch nicht gesagt. Für einige Verbraucher ist dies ein Skandal!

maden im tee2

Wir haben uns ebenfalls schriftlich an REWE gewendet und erwarten hierzu noch eine Rückmeldung. Auch andere Hersteller könnten betroffen sein. Nachsicht scheint hier wohl zunächst der beste Schutz vor unliebsamen Tieren im Tee zu sein.

Update 10:31 Uhr:

Die REWE Gruppe hat sich am Morgen bei uns, zum Madenfund im Tee, schriftlich geäußert. In  der Stellungnahme heißt es:

vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir bestätigen, dass wir kürzlich eine entsprechende Nachricht über unsere Social-Media-Kanäle erhalten haben. Unser Qualitätsmanagement hat sich umgehend des Sachverhalts angenommen und Untersuchungen initiiert. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen aktuell aber noch keine Ergebnisse oder Erklärungen zum konkreten Fall liefern können. Wir melden uns wieder bei Ihnen, wenn wir Informationen haben.

Update 12:58 Uhr:

REWE hat sich nun ausführlich zu dem Maden-Fund im Tee geäußert:

Wir haben anhand der uns vorliegen Produktangaben Ware des Herstellers aus der identischen Charge und des gleichen Mindesthaltbarkeitsdatums überprüft. Dieser Tee ist ohne Befall und einwandfrei. Auch liegen uns keine anderen Beanstandungen, etwa hinsichtlich eines möglichen Schädlingsbefalls, zu diesem Artikel vor.

Da Tee ein Naturprodukt ist, dass zur Haltbarkeitsmachung nicht chemisch behandelt wird, ist Schädlingsbefall in Ausnahmefällen möglich. Meist handelt es sich dann um die Made/Raupe einer Vorratsmotte, die der Gattung Ephestia zuzuordnen ist. Diese Maden/Motten sind weit verbreitet und als Vorratsschädlinge bekannt. Motten dieser Gattung befallen in Haushalten eine Vielzahl von Lebensmitteln, wie z. B. Getreideprodukte (Mehl, Reis, Müsli, Haferflocken) und Nüsse, als auch aromatische Pflanzenteile.

Der Hersteller gewährleistet die Schädlingsfreiheit durch moderne Anlagen und einem vorbeugenden Druckgasverfahren. Dieses Verfahren basiert darauf, dass das Produkt bei höherem Druck und dem Entzug der Atemluft in einem Druckautoklaven eine angemessene Zeit verweilt. Durch den Druck und den Sauerstoffmangel sterben mögliche Schädlinge ab. Der Vorteil dieses validierten Verfahrens ist, dass es bei Raumtemperatur abläuft und vollständig ohne chemische Rückstände abläuft.

Auf Ihrer Antenne Hessen-Website wird das MHD mit 08.02.18 angegeben. Das Produkt wurde also am 08.02.2016 produziert und ist somit knapp fünf  Monate alt. Der Lebenszyklus einer Made/Raupe ist bei weitem kürzer. Eine Made benötigt in der Regel 96 Stunden, bis diese aus den Eiern schlüpft. Nach ca. fünf Tagen beginnt die Verpuppung. Nach weiteren 41 Tagen entsteht nach der Verpuppung der Imago, das geschlechtsreife erwachsene Insekt. Der Zyklus beträgt somit 50 Tage. Der Befall muss somit nach Auslieferung der Ware geschehen sein.

Wo es letztendlich zu dem Befall gekommen ist, lässt sich für uns nur schwer nachvollziehen. Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass es vorkommen kann, dass saubere Produkte durch befallene Waren infiziert werden können, die in der Nachbarschaft lagern.

Zudem möchten wir gerne noch zu weiteren Aussagen Ihrer Website Stellung nehmen, die Verbraucher bzw. Leser verunsichern können. Dort heißt es:

Rewes „Beste Wahl“ Tee, kostet 0,99cent im Einkauf<https://shop.rewe.de/PD1360519>. Die Zubereitungsanweisung lässt da schon erhebliche Bedenken aufkommen:

Nehmen Sie für eine Tasse (200ml) 1 Teebeutel und für eine Kanne mindestens 3 Teebeutel. Immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und mindestens 5 bis 8 Minuten ziehen lassen ! Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel !

„Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel!“ – Da stellen wir uns konsequent die Frage, ist der Tee gefährlich und vor allem, wissen die Hersteller von den Maden im Tee?

Dieser Satz hat selbstverständlich einen mikrobiologischen Hintergrund:

Der Genuss von Kräuter- und Früchtetees war und ist bei sachgerechter Zubereitung völlig unbedenklich. Die Branche hat festgestellt, dass Verbraucher ihren Tee heute nicht mehr konsequent mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen. Dem soll bewusst mit dem Zubereitungshinweis entgegen gewirkt werden. Um wie bei allen Naturprodukten möglicherweise enthaltene Keime zu beseitigen, sollte kochendes Wasser für den Aufguss von Kräuter- und Früchtetees verwendet werden.

Ich hoffe, diese Informationen sind hilfreich für Sie, um den Sachverhalt aus dem Video einschätzen zu können. So Thomas Bonrath REWE Group
Vollsortiment Vertrieb Unternehmenskommunikation

Update 14:19 Uhr:

Frau Franz von der hessischen Verbraucherzentrale hat uns, auf Anfrage auch eine Stellungnahme gegeben.

„Leider kommt es immer wieder vor, dass Kunden in pflanzlichen Lebensmitteln lebende Maden finden. Bei Naturprodukten ist das im Produktionsprozess nicht immer hundertprozentig auszuschließen. Das betrifft nicht nur Tee, sondern kann auch bei anderen Lebensmitteln wie Nüssen, Getreidekörnern oder Trockenfrüchten vorkommen. Ein solcher Fund ist ekelerregend und Verbraucher müssen diese Ware nicht akzeptieren. Mit dem Kassenzettel kann der Kunde die Ware im Geschäft reklamieren und hat Anspruch auf Ersatz oder Erstattung des Kaufpreises.“ – So Franz gegenüber Antenne Hessen.

(F. Presler – Antenne Hessen News Redaktion)

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