Montag , 24 September 2018
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Recep Tayyip Erdoğan brauchen wir ihn?

Der am 26. Februar 1954 in Istanbul geborene, 12 Präsident der türkischen Republik steht in den letzten Wochen hoch in der Kritik. Dennoch gibt es viele Anhänger und Sympathisanten. Doch sind wir auf die Türkei und ihn angewiesen? Passen die politischen Einstellungen und Ideologien zu unserer Kultur?

Klar, Deutschland ist ein Land, welches für Freiheit und eine soziales Land steht. Die Türkei unter Erdoğan stehen hier ganz anders im Kurs. Alles fängt bereits mit einem lächerlichen Streit um Jan Böhmermann an. Eine riesige mediale Schlammschlacht und Klagen fallen über den deutschen Satiriker her. Erdoğan fühle sich durch ein Schmähgedicht verletzt und erstattet Strafanzeige. Am Ende lässt er alles fallen. Der Grund? Die Türkei will zur EU gehören und muss sich natürlich etwas in Zaum halten, damit sie ihre Zugehörigkeit auch bekommen.

Da sind wir schon beim zweiten Punkt: Türkei und EU?

Um zur EU zu gehören, sind klare Regelungen unabdingbar! Diese muss die Türkei jedoch erst einmal einhalten und umsetzen. Für Erdoğan ist das jedoch keine Frage der Regelungen sondern vielmehr eine Entscheidung, die er mit bedrohlich wirkenden Erpressungen umsetzen möchte. Getreu dem Motto: „Wenn ich nicht meinen Willen bekomme, bekommt ihr halt die Flüchtlinge von mir!“. Diplomatisches Verhalten ist das ja wohl nicht.

Jeder Staat in der EU ist für Demokratie, Presse- und Meinungsfreiheit. Ideale, welche uns seit Jahrzehnten auszeichnen. Doch für die Politik unter Erdoğan ist das etwas ganz anderes. Medienvertreter werden unter Generalverdacht gestellt und eingesperrt. TV-Sender, Radios und Magazine werden zwangsweise geschlossen und Meinungsmacher mundtot gemacht. Für eine angeblich demokratische und diplomatische Politik, steht das jedoch nicht.

Die Freiheit seiner Meinung Luft zu verschaffen und Medien unzensiert zu lassen, ist eine der Grundpfeiler jedes EU Mitgliedes.

Sind wir bereit die Konsequenzen zu tragen, wenn wir der Türkei den Zutritt zur EU verweigern? Sicherlich schon! Wir sind eine Nation mit entsprechenden Regelungen, Auffassungen und Idealen. Jedem dem das nicht passt, muss halt dort bleiben wo der Pfeffer wächst! Flüchtlinge hin und Flüchtlinge her. Zu drohen um seinen Willen zu bekommen, hat noch nie zum gewünschten Ziel verholfen. Kindisch ist in diesem Fall kein Ausruck. Getreu dem Motto: „Ich esse meine Suppe nicht“ will man sich einen politischen Vorteil durch Machtspielchen verschaffen.

War den der Putsch nicht eher ein Zeichen für ein Umdenken?

Überall ist die rede von dem Putsch und die Fronten der jeweiligen Parteien stellen sich auf die Straßen. Doch was ändert das? Ein Putsch ist ein warnender Ruf aus der Öffentlichkeit für ein politisches Umdenken. Doch es geht un-verpönt weiter. Jetzt werden erst recht die Medien unterdrückt, Menschen eingesperrt und politische Lager zerschlagen. Alles wieder ein Angriff auf die Freiheit, welche wir in unserer EU so lieben.

Wir möchten keine Diktatur oder einen Herrscher in unseren Reihen haben. Die EU steht für Normen, Regeln und Freiheit. Das muss auch eine Regierung wie die in der Türkei verstehen.

Zusammenhalt ist das einzig Richtige!

Die Welt kämpft entschlossen gegen einen der schlimmsten Feinde nach Hitler. Die IS terrorisiert den gesamten Erdball und auch die Türkei. In Deutschland ist die Angst vor Anschlägen allgegenwärtig. Nach Antenne Hessen Umfragen, haben über 90% der befragten Angst vor dem Terror, der im Schatten und unerwartet zuschlägt. Bei beinahe jede größere Veranstaltung, Lokalität oder in Verkehrsmitteln, hat man Angst vor einem unerwarteten Anschlag. Auch in der Türkei ist das nicht anders. Anstatt sich jedoch gemeinsam groß zu zeigen, geht man auf die Barrikaden und nutzt die Angst noch für politische Ziele aus. Solch mittelalterlichen Verhältnisse haben keinen Platz in einer sozialen und eigentlich sicheren EU.

Brauche ich politisches Verständnis um mitreden zu können?

Nein! Kurz und knapp muss man sich nur fragen, „wie würde man sich selbst fühlen, wenn die Verhältnisse in der Türkei vor der eigenen Haustür stattfinden würden?“. Jeder hat das Recht seiner Meinung Luft zu machen. Dafür leben wir in Deutschland und der EU und haben ein verfassungsmäßiges Recht darauf. Angst vor Konsequenzen sollte man davor nicht haben. Auf seine Ausspreche sollte man dennoch achten, wenn man nicht auch in das Fadenkreuz der Justiz kommen möchte. Natürlich gehen Hassbotschaften und Gewalt, sowie rassistische Äußerungen auch bei uns nicht. Aber eine gesunde Einstellung zu den Vorfällen und dem weiteren Verlauf, darf man haben. Das unterscheidet uns zu mindest stark von der Türkei.

Was bedeuten die vielen Demonstrationen auch hier bei uns?

Darüber sind sich sowohl die deutschen, als auch die türkischen Politiker nicht ganz einig. Auch hier spielt die eigene Meinung eine große Rolle. Jedoch auch Propaganda von Seiten Erdoğans. Sich darüber aufzuregen, das man nicht live auf einem Bildschirm zu seinen „Anhängern“ reden kann, zeigt wieder die Kleinkariertheit der türkischen Politik. Hier möchten sie auf die Medien- und Meinungsfreiheit bestehen, doch im eigenen Land ist davon keine Rede. Zudem bringt es in Deutschland nur wenig, sich auf die Straße zu stellen, denn unsere Ansichten und Ideale ändern sich nicht dadurch, dass man auf die Straße geht und einer anderen Politik nachtrauert. Dennoch sollte man die Anhänger nicht verurteilen oder abstempeln. Oft gibt es ganz menschliche Hintergründe für eine Zugehörigkeit der Politik Erdoğans. Zudem gehört es hier in Deutschland zu freien Meinung, sich zu einer bestimmten politischen Richtung zu orientieren.

Brauchen wir also die Türkei und Erdoğan?

Grundsätzlich ist jedes Mitglied in der EU wichtig! Die Türkei wäre ein großer Partner in der EU und würde helfen das Loch, welches die Britten durch ihren Brexit geschaffen haben, zu stopfen. Doch dazu muss es politische Veränderungen und klare Regelungen geben. Freiheit gegenüber anders denkender Menschen, Religionen sowie der Medien und Meinungen sind Grundpfeiler für ein EU-Beitritt. Zudem sind soziale Verbesserungen und politische Diplomatie Grundvoraussetzung. Werden diese Dinge nicht erfüllt, kann die Türkei auch kein Mitglied unserer Nation werden. Recep Tayyip Erdoğan muss sich also überlegen, zu welcher Art Staat er gehören möchte. Die USA macht es uns vor: „Wir verhandeln nicht mit Sturköpfen!“ -Wir tun das auch nicht!

(Antenne Hessen Politikredaktion – fp)

 

 

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