Samstag , 25 Mai 2019
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Sicher Biken in Osthessen – Schwerpunktkontrollen motorisierte Zweiräder

Fulda – Verkehrskontrollen stehen normalerweise nicht im Verdacht, vergnügungssteuerpflichtige Veranstaltungen zu sein. Zumindest nicht aus Sicht der Kontrollierten. Dass es auch anders geht, zeigen in jedem Jahr die Motorrad-Kontrollaktionen beim Polizeipräsidium Osthessen. Trotz des durchaus ernsten Hintergrundes gelingt es dem Team der Direktion Verkehrssicherheit und Sonderdienste (DVS) bei ihren Zweiradkontrollen, stets einen offenen und konstruktiven Austausch mit den Bikern zu führen.

Wie in jedem Jahr nahmen die Spezialisten für Verkehrsüberwachung den Auftakt zur Zweiradsaison in den Monaten Mai und Juni zum Anlass, Motorräder und ihre Fahrer sowie deren Ausrüstung zu kontrollieren und gleichzeitig auf die besondere Gefahren im Straßenverkehr hinzuweisen. „Motorradfahrer sind im Straßenverkehr einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt“, erklärt Erster Polizeihauptkommissar (EPHK) Dieter Rosenberger, „denn sie haben leider keine Knautschzone, keine schützende Karosserie.“ Rosenberger, hauptamtlich Leiter der Polizeiautobahnstation Petersberg, war Einsatzleiter bei den diesjährigen Kontrollmaßnahmen auf dem Schottenring im Vogelsberg sowie auf der Wasserkuppe, Hessens höchstem Berg. Er kennt die Statistik. Im vergangenen Jahr sind sieben Kradfahrer im Zuständigkeitsbereich des PP Osthessen, das die Landkreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg und den Vogelsbergkreis umfasst, tödlich verunglückt. Über 260 Biker erlitten bei Unfällen leichte oder schwere Verletzungen.

„Das Besondere an unseren Zweiradkontrollen ist, dass wir den Fahrerinnen und Fahrern auf Augenhöhe begegnen“, erklärt Dieter Rosenberger. „Die meisten meiner Kollegen sind selbst begeisterte Motorradfahrer und kennen sich daher mit Technik und Ausrüstung bestens aus. Denen kann man nichts vormachen.“ Und so entwickelte sich manche Kontrolle schnell zu einem Fachgespräch, bei dem ein besonderes Verständnis für die Kontrollen und manchmal erforderlichen Sanktionen der Polizei geweckt wurde. Dies war leider in fast jedem fünften Fall erforderlich, genauer gesagt bei 76 von insgesamt 352 kontrollierten Fahrzeugen.

Denn natürlich schauten die Polizeibeamtinnen und -beamten sowie ihre Kolleginnen und Kollegen der Wachpolizei genau hin, wenn es um veränderte Endschalldämpfer, nachträglich angebrachte Stahlgeflechtleitungen, Rückspiegel, Bereifung oder, ganz banal, um verbogene oder im falschen Winkel angebrachte Kennzeichenschilder ging.

In vier Fällen stellten die Polizisten so gravierende Mängel fest, dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als an Ort und Stelle die Weiterfahrt wegen erloschener Betriebserlaubnis zu untersagen.

Ansonsten erstreckten sich die Sanktionen der Ordnungshüter auf Mängelanzeigen und die Anzeigen oder Verwarnungen von Verkehrsordnungswidrigkeiten. In nur zwei Fällen führten die Kontrollen zu Strafanzeigen: Der Mofa-Roller eines 17-Jährigen lief anstelle der vorgeschriebenen 25 km/h nach technischer Manipulation über 70 km/h. Der Jugendliche muss sich daher unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten. Das Fahrzeug eines erwachsenen Rollerfahrers hatte keinen Versicherungsschutz mehr. Den Stichtag 1. März hatte der Mann vergessen. Auf ihn kommt ein Strafverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz zu.

Dass die kontrollierten Biker stets freundlich und kooperativ waren, manches Gespräch länger als dienstlich notwendig dauerte und in fast allen Fällen ein freundschaftlicher Abschied zu Stande kam, zeigte Rosenberger und seinen Kolleginnen und Kollegen die hohe Akzeptanz ihrer Arbeit.

„Wir werden dieses erfolgreiche Kontrollkonzept weiter fortsetzen und wünschen allen Zweiradfahrern eine stets unfallfreie Fahrt, getreu dem Motto: No Risk – More Fun.“ so Rosenberger abschließend.

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